Seifenkistentechnik mit Prof. Schonhammer und Chris Teil 1 Bohren

Hallo Seifenkistenbegeisterte,

hier wie versprochen der erste Teil unserer Reihe:

Seifenkistentechnik mit Prof. Schonhammer und Chris.

Bevor wir anfangen kurz zu den Charakteren, die uns in dieser Reihe begleiten werden:

Wie ihr unschwer erkennen könnt handelt es sich bei der Charaktere Chris um mich persönlich. Ich werde Euch durch diese Artikelreihe als Verfasser und mit Kommentaren begleiten.

 

Professor Schonhammer ist eine fiktive Person mit einigen Parallelen zu einer realen Person in unserem Verein. Wer uns und unseren Verein kennt wird sicher auch Professor Schonhammer erkennen ;-). Schreibt doch einfach einen Kommentar, wen Ihr hinter Prof. Schonhammer vermutet. Von Professor Schonhammer werden Tips und Anekdoten zum jeweiligen Thema beigesteuert.

Es wird in dieser Reihe kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben

 Teil 1 : Das Bohren

.‚Das Bohren ist nach Ordnung der Fertigungsverfahren gemäß DIN 8589-2 ein spanabhebendes Verfahren zur Herstellung und Bearbeitung von rotationssymmetrischen (meist zylindrischen) Vertiefungen in Werkstücken oder allgemeiner die Erzeugung oder Erweiterung (Aufbohren) einer Bohrung oder eines Tunnels in Festkörpern‘(Quelle WIKIPEDIA).

Soweit zur etwas hochgestochenen Definition des Bohrens. Für uns Seifenkistenbauer ist das Bohren eine extrem wichtiger Arbeitsschritt. Es müssen z.B. Verbindungslöcher oder Kernbohrungen für Gewinde gebohrt werden.

Für das Bauen von Seifenkisten werden in der Regel 2 Arten von Bohrern verwendet: Holzbohrer und Metallbohrer.

Holzbohrer besitzen einen Zentrierspitze. Die Schneiden stehen nach Aussen vor um die Holzfasern sauber abzuschneiden und ein sauberes Loch herzustellen. In der Regel bestehen Holzbohrer aus einer Chrom-Vanadium-Legierung. Die Ausführung als Schlangenbohrer ist für sehr tiefe Löcher geeignet und besitzt eine Zentrierspitze mit einem Gewinde, mit dem der Bohrer ins Holz gezogen wird.

Anmerkung von Prof. Schonhammer: Eine weitere Art des Holzbohrers ist der Forstnerbohrer. Mit diesem können Löcher mit sehr großem Durchmesser gebohrt werden …

 

 

Metall-Spiralbohrer werden in 3 verschiedene Typen eingeteilt:

  • Typ N -> Normalspanend für Werkstoffe wie z.B. Stahl
  • Typ H -> kurzspanende für harte und spröde Werkstoffe
  • Typ W -> langspanend für weiche und zähe Werkstoffe wie Aluminium

Die einzelnen Typen unterscheiden sich im Anschliff des Drallwinkels. Ein Typ N hat einen Drallwinkel von 30° und einen Spitzenwinkel von 118° (siehe Bild rechts). Der Typ N wird in Bereich des Heimwerkens der am meist verbreitetste Typ sein. Beim Blick auf die Schneide des Bohrers fallen die beiden parallel versetzten Hauptschneiden auf. Aus diesem Versatz ergibt sich die Querschneide die ca. 1/10 des Bohrerdurchmessers beträgt. Die Querschneide schneidet im gegensatz zu den Hauptschneiden nicht, sondern reibt eher. Dies führt dann im schlechtesten Fall zum verlaufen des Bohrers.

Nun der Ablauf zu einer „guten“ Bohrung :

  • mittels Messmitteln und der Reissnadel den Mittelpunkt der Bohrung auf dm Werkstück anreissen
  • Bohrloch mittels Körner ankörnen, für sehr präzise Bohrungen mit einem Zentrierbohrer vorbohren
  • Den Bohrer bei laufender Maschine in die Körnung führen (dabei das Werkstück locker halten damit der Bohrer in die Körnung finden und sich zentrieren kann).
  • Mit leichtem Druck (Vorschub) das Loch in das Werkstück bohren.
  • Anschließend das Bohrloch mit einem Kegelsenker entgraten oder zum Gewindeschneiden vorbereiten.

Anmerkung von Prof. Schonhammer : Durch das Ankörnen des Bohrlochs wird das Verlaufen des Bohrers vermieden…

Aufbohren einer schon getätigten Bohrung immer mit niedriger Drehzahl …

Beim Bohren von tiefen Löchern immer wieder kurz den Vorschub leicht veringern. Das bricht den Span und es entstehen keine riesigen “Locken” …

 

Die Drehzahl oder Schnittgeschwindigkeit des Bohrers beim bohren.

Die korrekte Drehzahl kann durch die Formel:

n= Vc * 1000 / ( n * π )

wobei Vc die Schnittgeschwindigkeit des Bohrers ist.

Diese ist bei HSS-Bohrern mit 25m/min beim bearbeiten von Metall angegeben. Bohrt man nun mit einem 10mm Bohrer so rechnet man:

n= 25m/min * 1000 / ( 10mm * π )

n= 25000 min-1 / 31,4

n= 796 min-1

Zur Vereinfachung gibt es auch Tabellen aus denen die Drehzahl abgelesen werden kann. Unter diesem Link gibt es auch eine „Onlineberechnung“ !

Soweit zum ersten Teil dieser Reihe. Weitere Informationen rund ums Bohren können z.B auf Wikipedia oder im Web abgerufen werden.

Noch eine Bitte : Denkt beim bedienen von Maschinen und bearbeiten von Werkstücken immer an Eure Sicherheit und an Eure Sicherheitsausrüstung wie Schutzbrille usw. Seid mit allen Sinnen bei der Arbeit dabei und lasst Euch nicht ablenken.

Nichts ist so kostbar wie die Gesundheit eines Jeden !!