Seifenkistentechnik mit Prof. Schonhammer und Chris – Teil 3: Gewinde schneiden

Hallo Seifenkistler,
in unserem dritten Teil der Reihe Seifenkistentechnik geht es rund um das Gewinde schneiden.

 

Unter Gewinde versteht man eine profilierte Einkerbung, die fortlaufend wendelartig um eine zylinderförmige Wandung – innen oder außen – in einer Schraubenlinie verläuft. (Quelle: Wikipedia)

Beim Bau von Seifenkisten ist das Gewindeschneiden von Gewindebohrungen eine nicht zu vernachlässigende Tätigkeit um Schraubverbindungen herstellen zu können.

Gewinde, Schrauben und Muttern unterliegen ISO-Normen. Nur durch strenge Normierung ist der weltweite Austausch von Schrauben und Muttern möglich. Die Form eines Gewindes wird im wesentlichen durch fünf Masse bestimmt:

  • Der Aussendurchmesser des Bolzens gibt meistens die Gewindegrösse an.
  • Der Kerndurchmesser, dieser muss beim Mutterngewinde vorgebohrt werden.
  • Der Flankendurchmesser.
  • Der Flankenwinkel zwischen den Gewindeflanken.
  • Die Steigung ist der Abstand von Gewindespitze zu Gewindespitze.

Aussen- oder Bolzengewinde sind an der Mantelfläche eines Zylinders eingeschnitten. Innen- oder Mutterngewinde werden in Bohrungen geschnitten. Je nach Drehsinn beim Einschrauben werden Rechts- und Linksgewinde unterschieden. Der Normallfall ist Rechtsgewinde, d.h. Einschrauben im Uhrzeigersinn.

Die gängigsten Normen im europäischen Bereich sind:

Metrisches Regelgewinde
Die Bezeichnung besteht aus dem Buchstaben M und einer Zahl die den Aussendurchmesser angibt, z. B. M10 ist ein metrisches Regelgewinde mit 10 mm Aussendurchmesser, 60° Flankenwinkel, rechtsgängig und einer Steigung von 1.5 mm. M10-LH ist ein metrisches Gewinde wie oben, aber linksgängig.

Metrisches Feingewinde
Die Bezeichnung besteht aus dem Buchstaben M, dem Aussendurchmesser und der Steigung, z. B. M10x1 ist ein metrisches Feingewinde mit 10 mm Aussendurchmesser, 60° Flankenwinkel, rechtsgängig und einer Steigung von 1.0 mm.

Metrisches kegeliges Aussengewinde
Die Bezeichnung besteht aus dem Buchstaben M, dem Aussendurchmesser, der Steigung und dem Zusatz keg, zum Beispiel M10x1 keg. Für selbstdichtende Verbindungen wie Verschluss-Schrauben, Schmiernippel und ähnliches.

Welche Werkzeuge werden für das Gewindeschneiden benötig ?

für Aussengewinde
Roll- Press-, Dreh- und Fräswerkzeuge setzt die Industrie ein. Dem Heimwerker stehen Schneideisen, Nachschneidmuttern und Drehwerkzeuge zur Auswahl. Schneideisen sind geeignet, um beschädigte oder verschmutzte Gewinde nachzuschneiden. Auf der Drehbank (mit Leitspindel) schneiden wir Gewinde mit Hilfe eines Gewindeprofilstahls mit 60° oder 55° Flankenwinkel. Die Steigungkann mit der Steigungslehre kontolliert werden.

für Innengewinde
Industriell werden Innengewinde mit Hilfe von Gewindebohrern, Gewindeformern, Dreh- und Fräswerkzeugen gefertigt. Als Heimwerker werden meist Gewindebohrer verwendet. Gewindebohrer sind als Maschinen- und Handbohrer im Handel. Maschinenbohrer sind in verschiedenen Ausführungen für Sack- und Durchgangsloch, sowie für weiche, mittler und harte Werkstoffe erhältlich. Handbohrer sind Sets mir zwei oder drei Bohrern, Vor-, Nach- und Fertigschneidern. Der Gewindebohrer wird mit Hilfe des Windeisens fluchtend in das Kernloch getrieben.

Tip:

Beim Gewindeschneiden von Hand mit dem Gewindebohrer unbedingt darauf achten, dass der Bohrer mit der Bohrung fluchtet. Achtet man nicht auf rechtwinklige Lage des Schneideisens zum Bolzen, so erhält man ein Gewinde das eiert. Zudem schadet es nicht beim schneiden mit Schneidöl zu schmieren.

Um ein Innengewinde zu erzeugen muss erst ein Kernloch gebohrt werden, welches mit einer 90° Senkung versehen wird. Die Ansenkung ist notwendig, um dem Gewindebohrer einen besseren Anschnitt zu gewährleisten

Quelle: Hommel Herkules

Weitere Informationen könnt Ihr im Web z.B. auf Wikipedia finden.

Ich hoffe diese Folge von Seifenkistentechnik hat Euch gefallen. Es wäre sehr nett von Euch, wenn Ihr mir einen Komentar auf diesem Blog hinterlassen würdet.

Keep On Racing und viele Grüße,Chris

Seifenkistentechnik mit Prof. Schonhammer und Chris Teil 2 Senken

Hallo Seifenkistenfreunde,

willkommen zum 2. Teil unserer Serie Seifenkistentechnik mit Prof. Schonhammer und Chris.

In dieser Folge dreht sich alles um das Senken und Senker.

Das Senken ist ein Bohrverfahren. Mittels Senker werden Bohrungen entgratet und für weitere Bearbeitungsschritte vorbereitet. Das Senken dient auch zum versenken von Schraubenköpfen damit diese bündig mit dem Werkstück abschließen. Auch erleichtert eine Senkung das Gewindeschneiden und das Einsetzten einer Schraube in ein Gewindeloch.

Welche Senkwerkzeuge gibt es ?

Senker haben üblicherweise eine kegelförmige Schneidespitze. Diese besitzt einen Spitzenwinkel von 60° zum Entgraten und von 90° um Schraubenköpfe zu versenken.

Anmerkung von Dr. Schonhammer: Damit der Senker ruhiger läuft besitzt er immer eine ungerade Anzahl von Schneiden, üblicherweise 3 oder 5 Schneiden.

Eine weitere Form ist der Querlochsenker. Dieser arbeitet in beide Drehrichtungen.

Flachsenker erzeugen eine plane Oberfläche (180°) und sind üblicherweise mit 3,4 oder 5 Schneiden ausgeführt. Eine Erweiterung des Flachsenkers ist der Zapfensenker. Bei diesem wird der Senker mittels Zapfen in der Bohrung geführt.

Die Drehzahl sollte beim senken klein gehalten werden um ein „rattern“ des Senkers zu vermeiden.

 

In diesem Sinne: Viel Spass beim Basteln und Seifenkisten Bauen.

Keep On Racing und viele Grüße,

Chris